Informationen zur Bewerbung Kulturhauptstadt
Detaillierte Informationen zur Bewerbung Kulturhauptstadt 2030 der Stadt Schaffhausen finden Sie auf der Website kulturraum.sh und Informationen zur Abstimmungsvorlage auf der Website der Stadt. Auf dieser Seite haben wir Ihnen zudem die wichtigsten Fragen und Antworten zur Bewerbung aufgelistet.
Worum geht’s überhaupt?
Der nationale Verein «Kulturhauptstadt Schweiz» vergibt ab 2027 alle drei Jahre den Titel an eine Stadt, die ein Jahr lang die kulturelle Visitenkarte der Schweiz bildet. Voraussetzung sind u. a. genügend Einwohner/innen, eine solide Kulturbasis und klarer politischer Rückhalt. 2027 startet La Chaux-de-Fonds als Pilot; für 2030 fällt der Juryentscheid im Juni 2026.
Warum ist das für Schaffhausen und die Region sinnvoll?
Die Kulturhauptstadt bringt mehr Menschen nach Schaffhausen und in die Region – das stärkt neben dem kulturellen Leben auch die Gastronomie, Hotellerie und Gewerbe und erhöht unsere nationale Sichtbarkeit. Öffentliche Beiträge wirken als Hebel für Drittmittel und Partnerschaften, sodass zusätzliches Geld und Know-how in die Region fliessen. Gleichzeitig vernetzt das Projekt Gemeinden, Vereine, Schulen und Wirtschaft, nutzt bestehende Orte besser und schafft Synergien statt Doppelspurigkeiten. Die Kulturhauptstadt stärkt zudem unsere Kulturszene: Sie schafft Auftritts- und Produktionsmöglichkeiten für regionale Künstlerinnen und Künstler, vernetzt Häuser, Festivals und freie Initiativen und gibt lokalen Talenten eine nationale Bühne. Niederschwellige Angebote für alle Generationen erhöhen die Lebensqualität, beleben Altstadt und Dörfer und machen Schaffhausen als Wohn- und Arbeitsort attraktiver. Und: Es wird nach verfügbaren Mitteln geplant – mit klarer Kostenkontrolle und Wirkung, die über 2030 hinaus Bestand hat.Einwohner/innen, eine solide Kulturbasis und klarer politischer Rückhalt. 2027 startet La Chaux-de-Fonds als Pilot; für 2030 fällt der Juryentscheid im Juni 2026.
Wer führt die Bewerbung – und wer macht mit?
Bis Ende 2025 liegt die Federführung beim Bereich Kultur der Stadt Schaffhausen (im Auftrag des Stadtrates), unterstützt von einer externen Projektleitung. Mitmachen können Bevölkerung, Vereine, Institutionen, Kulturschaffende, Politik und Wirtschaft – u. a. über Umfrage, öffentliche Anlässe, Fachrunden, ein Botschafter/innen-Netz und ein Soundingboard. Bei einem Zuschlag übernimmt ein breit abgestützter Trägerverein die Umsetzung.
Wo findet Kulturhauptstadt Schaffhausen statt?
Nicht nur in der Altstadt: geplant ist ein Netz aus Projekten in Stadt und Kanton – in bestehenden Häusern, auf Arealen mit Geschichte, im öffentlichen Raum der Gemeinden, an ungewöhnlichen Orten und entlang von Natur- und Rheinwegen.
Nach welchen Leitlinien wird geplant?
Vielfalt (von Alltags- bis Hochkultur), Inklusion (Barrieren senken), Nachhaltigkeit (ökologisch und gesellschaftlich, auf Bestehendem aufbauend), Mitwirkung (breite Beteiligung) und künstlerische Qualität mit nationaler Ausstrahlung.
Wie sieht das Budget grob aus – und wer finanziert?
Die Planungsgrundlage orientiert sich am Modell des Vereins «Kulturhauptstadt Schweiz» sowie am Piloten im Jahr 2027 in La Chaux-de-Fonds. Für Schaffhausen wird mit einem Gesamtvolumen von 18 Millionen Schweizer Frankengerechnet. Die Finanzierung setzt sich aus Mitteln der öffentlichen Hand (rund 30 Prozent), halbstaatlichen Mitteln und Stiftungen (rund 20 Prozent), nationalen Partnern (rund 25 Prozent), Sponsoring (rund 20 Prozent) sowie Einnahmen aus Ticketverkäufen (rund 5 Prozent) zusammen. Als Startbeiträge sind vorgesehen:
- Stadt Schaffhausen: 4 Millionen Schweizer Franken
- Kanton Schaffhausen (Budgetjahr 2026): 2 Millionen Schweizer Franken
- Bundesamt für Kultur (analog zum Piloten La Chaux-de-Fonds 2027): 1,6 Millionen Schweizer Franken
Die restliche Finanzierung erfolgt über zusätzliche Drittmittel wie Sponsoring, Stiftungen und Partnerbeiträge.
Wofür fliesst das Geld?
Orientierungswerte: Programme ca. 55 %, Logistik/Technik 15 %, Projektteam/Koordination 15 %, Kommunikation/Marketing 15 %. Die konkrete Programmgrösse richtet sich 2030 nach den tatsächlich verfügbaren Mitteln («cost-to-design-to-ambition»).
Wie ist der Fahrplan?
– 30. Nov 2025: Volksabstimmung Stadtbeitrag
– Ende Dez 2025: Einreichung des Bewerbungsdossiers
– Juni 2026: Juryentscheid
– 2030: Durchführung (bei Zuschlag)
Begleitend: Umfrage, Netzwerkanlässe, Roundtables und politische Beratungsschritte 2025.
Welche Rolle spielen Synergien in der Region?
Sie sind Kern des Projekts: Kultur, Bildung, Soziales, Gemeinden und Wirtschaft entwickeln eine gemeinsame Vision und realisieren Vorhaben, die Stadt und Kanton zusammenführen – mit Wirkung über 2030 hinaus.
Wie kann ich als Einwohner/in beitragen?
Rückmeldungen geben (Online-Umfrage), an öffentlichen Mitwirkungsanlässen teilnehmen, in Fachgesprächen mitwirken, Projekte entwickeln, als Botschafter/in mithelfen – die Formate sind offen angelegt und werden laufend kommuniziert.
Wer entscheidet am Schluss über die Vergabe 2030?
Eine unabhängige nationale Jury des Vereins «Kulturhauptstadt Schweiz». Sie prüft die Dossiers, besucht die Bewerberstädte und bestimmt die Kulturhauptstadt 2030.
Was passiert bei einem Ja an der Urne?
Die Stadt finalisiert das Dossier und reicht es fristgerecht ein; bei Zuschlag werden Trägerverein, Projektleitung und Team eingesetzt und das Programm mit regionalen Partnern konkretisiert.
Und wenn es ein Nein gibt?
Dann fehlt dem Vorhaben der städtische Grundpfeiler in der Finanzierung; die Bewerbung und eine Umsetzung wären in dieser Form nicht realisierbar und somit wird die Bewerbung zurückgezogen.
Was passiert, wenn sich die Jury gegen Schaffhausen entscheidet?
Dann wird das Projekt nicht umgesetzt. Die zugesagten Beiträge von Stadt, Kanton und Bund sind an den Zuschlag gebunden und werden nicht ausbezahlt. Abgerechnet werden lediglich die bereits bewilligten Kosten der Bewerbungsphase (z. B. Dossier, Mitwirkungsprozess, Projektleitung im Bewerbungsverfahren). Es entstehen keine Durchführungskosten für das Jahr 2030.
Wer ist 2027 dran – und warum ist das wichtig?
La Chaux-de-Fonds ist die erste Kulturhauptstadt (2027). Deren Pilot liefert Erfahrungswerte, an denen sich Schaffhausen bei Planung, Finanzierung und Wirkung orientieren kann.
Ist die Kulturhauptstadt nachhaltig?
Ja. Die Kulturhauptstadt steigert die langfristige Bekanntheit Schaffhausens – dadurch kommen mehr Gäste, es entsteht stabile Nachfrage für Gastronomie, Hotellerie und Detailhandel, und neue Kooperationen werden wahrscheinlicher. Zugleich fördert das Projekt Zusammenarbeit und stärkt Synergien: Formate werden gemeinsam entwickelt, Infrastruktur und Wissen geteilt und bestehende Räume besser genutzt. Es knüpft bewusst an bereits starke und wichtige Kulturbetriebe an, die dadurch zusätzliche Sichtbarkeit und Entwicklungsspielräume erhalten. Und: Arealentwicklungen bieten spannende Möglichkeiten, die wir für das Kulturhauptstadtjahr nutzen können – etwa durch temporäre Projekte, Pilotnutzungen und Kooperationen, die sich bewähren und danach dauerhaft verankert werden. So entstehen belastbare Netzwerke, klare Abläufe und wiederkehrende Angebote, die bleiben und unsere Region dauerhaft stärken.